Investitionsabzugsbetrag

Investitionsabzugsbetrag: Adé, Investitionsabsicht und Finanzierungszusammenhang!

Große Investition geplant? Dann dürfen Sie 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten des Wirtschaftsguts bis zu einem Höchstbetrag von 200.000 € gewinnmindernd ansetzen. Dabei handelt es sich um den sogenannten Investitionsabzugsbetrag (IAB) – quasi eine vorverlagerte Abschreibung. Der Höchstbetrag gilt für vier Jahre, kann aber willkürlich verteilt werden (z.B.: 1. Jahr 200.000 Euro und 2. bis 4. Jahr 0 Euro).

Aber wie überzeugt man das Finanzamt von dem Vorhaben, wenn de facto noch gar nichts passiert ist?

Dazu hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit seinen Urteilen vom 6.4.2016 (X R 15/14 und X R 28/14) festgelegt: unnötig! Seit Anfang 2016 gelten neue Regelungen zu den IABs nach § 7g EStG. Der Steuerpflichtige muss weder die Absicht zu einer konkret benannten Investition noch einen dazugehörigen Finanzierungszusammenhang nachweisen. Er kann ohne weitere Angaben einen IAB geltend machen.

Für die Praxis heißt das: Schafft der Steuerpflichtige in den nachfolgenden drei Jahren ein abnutzbares bewegliches Anlagegut an oder stellt es her, hat er mit dem dazugehörigen Aufwand den steuerlichen Vorteil bedient. Verzichtet er aber auf das Anlagegut, muss er den gewährten steuerlichen Vorteil vollumfänglich rückgängig machen und darüber hinaus die Zinsen auf anstehenden Steuernachforderungen nach § 233a Absatz 1 AO zahlen.

Wer darf einen IAB in Anspruch nehmen?

Nur Unternehmer!

Der Bilanzierende darf dabei höchstens ein Betriebsvermögen von 235.000 Euro haben.

Der Nicht-Bilanzierende (sog. 4/3-Rechner) darf maximal einen Gewinn von 100.000 Euro (vor Abzug des IAB) erzielen.

Fazit: Durch die Neuregelung wird die Anwendung des § 7g EStG erheblich vereinfacht. Sowohl Steuerpflichtige als auch die Finanzverwaltung ersparen sich eine Menge Aufwand und Bürokratie. Aus Spaß an der Freud‘ sollte aber niemand Investitionsabzugsbeträge geltend machen.

PS: Für KFZ ist der IAB nur sehr schwierig zu erhalten, da das Investitionsgut mindestens zu 90% betrieblich genutzt werden muss.

Aufgrund der vielen Detailfragen sollten Sie auf jeden Fall Ihren Steuerberater fragen, wenn Sie einen IAB anstreben.